Gebraucht, beklatscht, aber bestimmt nicht weiter so!

Die Berliner Krankenhausbewegung von ver.di ist gestartet.

Gemeinsam machen sich die Krankenhausbeschäftigten von der Charité, Vivantes und den Tochterunternehmen mit vielen Unterstützer*innen aus ganz Berlin auf den Weg, um 2021 zum Entscheidungsjahr über die Berliner Gesundheitsversorgung zu machen.

Schließe dich jetzt deinen Kolleginnen und Kollegen an und werde Teil der Berliner Krankenhausbewegung: Jetzt bei ver.di mitmachen!

 

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Worum geht’s?

Eine gute Gesundheitsversorgung geht nur mit guten Arbeitsbedingungen, ausreichend Zeit und Personal. Die Corona-Krise hat die Probleme des Personalmangels in den Krankenhäusern sichtbarer gemacht, als je zuvor. Darum ist das Ziel ein Tarifvertrag Entlastung bei der Charité und bei Vivantes mit verbindlichen Vorgaben zur Personalbesetzung und einem Belastungsausgleich bei Unterbesetzung.

Nach wie vor gibt es bei den Tochterunternehmen von Vivantes in der Reinigung, im Labor, in der Speiseversorgung, im Patiententransport und vielen weiteren Bereichen Beschäftigte ‚zweiter Klasse‘, die endlich faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen fordern: Faire Löhne und TVöD für alle Beschäftigten!

Dieses Jahr sind am 26. September die Berliner Abgeordnetenhauswahlen und die Forderungen sind: einen Tarifvertrag Entlastung und TVöD für alle noch vor den Wahlen!

Tarifvertrag Entlastung: 
Verbindliche Personalbesetzungen

Inzwischen haben Beschäftigte in knapp 20 Kliniken bundesweit Tarifverträge Entlastung durchgesetzt, indem sie dafür aktiv wurden und sich bei ver.di zusammengeschlossen haben. An der Unimedizin Mainz, der Uniklinik Jena und den Unikliniken Schleswig-Holstein wurden unter anderem folgende Regelungen durchgesetzt:

Verbindliche Personalbesetzungen für alle Bereiche

Für jeden Bereich/jede Station stellten Teams ihre schichtgenaue Forderung zur Personalbesetzung auf. Diese wurden mit der Klinikleitung verhandelt und im Tarifvertrag festgeschrieben. Je stärker sich ein Team zusammenschließt und beteiligt, desto besser das Ergebnis.

Belastungsausgleich bei Unterbesetzung

Eine Unterschreitung der verhandelten Besetzung wird automatisch im Dienstprogramm erfasst. Alle, die in Unterbesetzung gearbeitet haben, erhalten einen Belastungsausgleich in Freizeit oder Geld. An der Uniklinik Jena erhalten die Beschäftigten für sechs Schichten in Unterbesetzung einen zusätzlichen freien Tag.

Druck auf Klinikleitung steigt: Mehr Personal oder Betten/OP-Säle sperren

Durch den Belastungsausgleich steigt der Druck auf die Klinikleitung zusätzliches Personal einzustellen oder sogar Betten bzw. OP-Säle zu sperren, wenn nicht genug Personal da ist.

Download: Übersichts-Flyer zum Tarifvertrag Entlastung

Faire Löhne: TVöD für alle!

Die Beschäftigten der Vivantes-Tochterunternehmen haben geringere Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen, als Beschäftigte, die die gleiche Arbeit in anderen städtischen Krankenhäusern oder als ‚Gestellte‘ (Beschäftigte mit Altverträgen von Vivantes und der Charité) machen. Das ist ungerecht! Eine gute Patientenversorgung geht nur mit guten und fairen Löhnen und ausreichend Erholungszeit.

Einige Beispiele (im Vergleich zum TVöD):

Patientenbegleitservice (Vivantes Service Gesellschaft) nach sechs Jahren: 571 € weniger Bruttolohn pro Monat.

Reinigungskraft (Vivaclean) nach vier Jahren: 783 € weniger Bruttolohn pro Monat.

Küchenarbeiter*in (SVL) nach einem Jahr: 594 € weniger Bruttolohn pro Monat.

Physiotherapeut*in (Vivantes Reha) nach sechs Jahren: 791 € weniger Bruttolohn pro Monat.

Medizinisch-Technische Assistentin im Labor (Labor Berlin) nach vier Jahren: min. 261 € weniger pro Monat.

Außerdem: weniger Zuschläge, häufig kein Krankengeldzuschuss, teilweise weniger Urlaub, wenig oder keine Jahressonderzahlung…

Warum wurden die Tochterunternehmen überhaupt gegründet? Weil Vivantes dadurch Personalkosten  spart – auf dem Rücken der Beschäftigten. Das geht nicht nur zu Lasten der Kolleg*innen, sondern auch zu Lasten einer guten Gesundheitsversorgung. Denn Krankenhaus ist Teamarbeit!

Download: Übersichtsflyer zur Forderung „TVöD für alle“

Fragen und Antworten

Kann ein Tarifvertrag Entlastung zu einer besseren Personalbesetzung beitragen?

Die Arbeitgeber behaupten immer wieder, dass eine tarifliche oder gesetzliche Regelung nicht dazu führen würde, dass es mehr Pflegekräfte gibt.

Laut einer aktuellen Studie der Arbeitnehmerkammer Bremen, treiben jedoch gerade die schlechten Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern das ausgebildete Personal in die Berufsflucht. Allein durch die Arbeitszeitaufstockung von Teilzeitkräften könnten deutschlandweit zwischen 92.000 und 172.000 zusätzliche Pflegestellen besetzt werden. Hier steckt ein riesiges Potenzial.

Als zentrale Bedingungen für ihre Rückkehr oder die Verlängerung der Arbeitszeiten nennen die Pflegekräfte unter anderem mehr Wertschätzung durch Vorgesetzte und mehr Zeit für hochwertige Pflege durch eine bedarfsgerechte Personalbesetzung. Es gibt also keinen Mangel an Pflegekräften, sondern einen Mangel an Pflegekräften, die unter diesen Bedingungen bereit sind, in der Pflege zu arbeiten.

Hier setzen die bisherigen Tarifverträge Entlastung an, indem für jeden Bereich und jede Station eine verbindliche Personalbesetzung geregelt wird. Bei einer Unterschreitung der Besetzung bekommen die betroffenen Beschäftigten einen Belastungsausgleich in Freizeit oder Geld. So steigt der Druck auf die Klinikleitung sich an die Besetzungen zu halten und es wird wieder attraktiver im Beruf zu bleiben, zurück zu kommen oder überhaupt den Beruf zu ergreifen.

Können Vivantes und die Charité aufgrund ihrer Mitgliedschaft im Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) überhaupt einen Tarifvertrag Entlastung mit ver.di verhandeln?

Es ist zu erwarten, dass die Geschäftsführung von Vivantes ihre Mitgliedschaft im KAV bzw. im VKA als formales Argument anführen wird, um das Ziel einer tariflichen Regelung zur Entlastung der Beschäftigten zu unterlaufen. Dabei sind mit der Corona-Pandemie die vorher schon bestehenden Defizite bezogen auf Arbeitsbelastung, Arbeits- und Gesundheitsschutz und altersgerechtes Arbeiten nur noch stärker zu Tage getreten als zuvor. Dieser Zustand muss und kann verändert werden.

Bundesweit haben sich darum Kolleg*innen bei ver.di zusammengeschlossen, um für bessere Arbeitsbedingungen und eine gute Patientenversorgung zu kämpfen. Ver.di hat bereits an vielen Kliniken bundesweit Tarifverträge zur Entlastung der Beschäftigten abgeschlossen.

Darum erwarten wir von der Geschäftsführung von Vivantes und dem Kommunalen Arbeitgeberverband Berlin – in dessen Vorstand Frau Schmidt ebenso wie Frau Eysel von der Charité vertreten sind – nun ein lösungsorientiertes Herangehen und kein Abwiegeln.

Dazu gehört, dass sie sich bei ihrem Arbeitgeberverband dafür einsetzen, dass der Weg für Verhandlungen auf regionaler Ebene frei gemacht wird. Vivantes ist kein kleines unbedeutendes Krankenhaus – auch nicht für die VKA. Es ist der größte kommunale Krankenhaus-Konzern Deutschlands und deckt mit dem Universitätsklinikum Charité mehr als 40% der Berliner Krankenhausversorgung ab. Wir gehen deshalb davon aus, dass Vivantes – gemeinsam mit der Charité – entsprechend Einfluss auf die Beschlusslage im Gruppenausschuss Krankenhäuser der VKA nehmen kann.

Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung sind also möglich. Was noch fehlt, ist der Wille dazu.

Wie kann ich bei der Berliner Krankenhausbewegung von ver.di mitmachen?

Dieses Jahr kommt es auf euch an, gemeinsam zu zeigen, dass eine Mehrheit der Beschäftigten und viele Unterstützer*innen aus ganz Berlin hinter den Forderungen nach mehr Personal, einer besseren Patientenversorgung und ‚TVöD für alle‘ stehen.

Die nächsten Wochen und Monate werden darüber entscheiden, unter welchen Bedingungen die Beschäftigten in den Berliner Krankenhäusern Zukunft arbeiten werdet. Indem ihr euch gemeinsam mit Kolleg*innen aus allen Vivantes Krankenhäusern, der Charité und den Vivantes Tochterunternehmen und vielen Unterstützer*innen der Berliner Krankenhausbewegung anschließt, könnt ihr dieses Jahr zum Entscheidungsjahr über die Gesundheitsversorgung in Berlin machen.

Schließe dich jetzt deinen Kolleginnen und Kollegen an und werde Teil der Berliner Krankenhausbewegung: Jetzt mitmachen bei ver.di

 

Wer wir sind

Ich bin bei der Berliner Krankenhausbewegung dabei, weil ich…

CCM, Pflegekraft, Intensivstation

Martin

„…finde, dass sich die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern müssen und und wir es jetzt in der Hand haben diese gemeinsam zu verändern!!“

CCM, Pflegekraft, Neurochirurgie

Amira Hafner

„…für bessere Bedingungen in der alltäglichen Arbeit auf Station kämpfen möchte.“

CCM, Pflegekraft (Leasing), Intensivstation

Franziska Kley

„…weiß, dass meine Familie und Freunde auch irgendwann mal Hilfe benötigen werden von PflegerInnen und dann auch noch genügend Personal da sein soll.“

Jetzt mitmachen und 2021 zum Entscheidungsjahr über die Gesundheitsversorgung in Berlin machen!

 

Veranstaltungen

 

12. Mai

16:00 Uhr

Kundgebung: Gebraucht, beklatscht, aber bestimmt nicht weiter so!

Kundgebung vor dem Roten Rathaus mit Petitionsübergabe. 500 Krankenhausbeschäftigte und 500 Unterstützer*innen aus ganz Berlin setzen gemeinsam ein Zeichen für gute Gesundheitsversorgung in Berlin. Zugang zur Kundgebung nur nach Anmeldung: unter "Weitere Infos" gehts zur Anmeldung.
weitere Infos

Jetzt mitmachen!

Du arbeitest bei Vivantes, der Charité oder einer Vivantes Tochter? Dann melde Dich hier an, um aktiv zu werden! Es wird sich innerhalb kurzer Zeit jemand aus dem ver.di Team bei dir melden.

Du möchtest die Berliner Krankenhausbewegung unterstützen und aktiv deine Solidarität zeigen? Dann melde Dich an und wir setzen dich in Kontakt mit Menschen aus deinem Bezirk, die bereits aktiv sind.

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